Billard - Geschichte und Informationen rund um Billard

BillardBillard ist ein Spiel mit vielen verschiedenen Unterarten - und mit vielen Regeln. Als Spiel, dessen Charakter als Sport häufig bezweifelt wird, weil es kaum körperliche Anstrengung erfordert, anders als die meisten anderen Spiele auch um einen innen unter einem Dach aufgestellten Tisch wie Tischtennis, gewinnt Billard überall, einschließlich unseres schönen Deutschland, ständig mehr Anhänger.

So unglaublich es übrigens erscheint - die Ursprünge des Billard gehen etwa 4.000 Jahre zurück. Ja, Sie haben richtig gelesen; so alt ist das Billardspiel bereits.

Natürlich hat man damals nicht in der heutigen Form mit seinen aufwendigen Gerätschaften, Werkzeugen und Hilfsmitteln gespielt. Es gibt aber aus Ägypten und Griechenland Aufzeichnungen, die das Vorhandensein eines wenigstens billardähnlichen Spieles vor so langer Zeit schon belegen. Der griechische Philosoph Anarchis hat dieses Spiel sehr genau beschrieben. Leider hat er es dabei versäumt, den Billardtisch und die Queues detailliert zu beschreiben.

Nach der Antike allerdings geriet das Billardspiel jedoch erst einmal wieder in Vergessenheit und wurde in einer Tasche der Geschichte versenkt. Es taucht das nächste Mal im Mittelalter auf, in dessen zweiter Hälfte, im 13. Jahrhundert. Zu einer frühen Blüte gebracht wurde das Billardspiel in Frankreich, wo König Ludwig XI. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, genauer gesagt 1469, also gegen Ende des Mittelalters, etwas bauen ließ, das doch sehr fatal an einen Billardtisch der heutigen Zeit erinnert.

Allein aus der Tatsache, dass der französische König sich derart für dieses Spiel engagierte, können wir schließen, dass es beim gemeinen Volk nicht sonderlich verbreitet oder gar beliebt war. Ein König hätte wohl kaum dasselbe gespielt wie der Mann auf der Straße und ohne zumindest adeligen Stand.

Die schottische Königin Maria Stuart, die große und am Ende hingerichtete Gegnerin von Königin Elizabeth I., soll ebenfalls eine große Liebhaberin des Billardspiels gewesen sein. Weshalb man ihr vor ihrem Tod, sozusagen als eine Art "Henkersmahlzeit", großzügig noch ein letztes Spiel gestattete, wie es heißt.

Billard schien also ein Spiel beider Geschlechter zu sein - und sorgte so für eine frühe sportliche Gleichberechtigung.

Nach der französischen Revolution eroberten sich die Bürger viel von dem, was bis dato der Oberschicht vorbehalten war - darunter auch das Billardspiel, das sich sehr schnell überall durchsetzte und sofort auch als Wettkampfsport beziehungsweise -spiel entdeckt wurde..

Schon im 19. Jahrhundert kam es zu den ersten Billardwettkämpfen. Die ersten Meisterschaften im Poolbillard wurden 1878 in Amerika veranstaltet. 1884 wurde in Frankreich sogar eine Billard Akademie gegründet; die erste ihrer Art.

Heutzutage ist Billard gleichermaßen als Wettkampfdisziplin und als Freizeitbeschäftigung etabliert. Zur olympischen Disziplin wurde es bislang noch nicht; Bestrebungen dafür gibt es allerdings schon länger. Dafür war Billard bei den Akita World Games in 2001 dabei und ebenso in Duisburg 2005.

Wettkämpfe wie Landesmeisterschaften in verschiedenen Disziplinen und auch Pokalwettbewerbe gehören heute für die vielen Billardvereine zum Alltag. Es gibt eine Pool Bundesliga., und zwar eine 1. Bundesliga, sowie eine 2. Bundesliga, unterteilt in Nord und Süd, es gibt deutsche Meisterschaften, es gibt beispielsweise die European Championship für Snooker, es gibt die Europameisterschaft für Carambolage, und viele andere nationale und internationale Turniere und Meisterschaften bis hin zu den World Snooker Team Championships, die 2006 in San Jose, USA stattfinden. So hat etwa Billard auch wie der Tennis seine "Open" - allerdings fanden sie 2006 nicht in Australia statt, sondern in Austria - die Austria Open Classics in Wien. Und: Es gibt einen World Grand Prix in Billard, der 2006 übrigens an den 14-jährigen Micheal White ging.