Carambolage

CarambolageWährend man bei Poolbillard und Snooker noch eine große Verwandtschaft beider Spiele erkennen kann, ist Carambolage eine ganz andere Form von Billard, bei der so gut wie alles anders ist.

Zum einen wird Carambolage mit nur drei Kugeln gespielt. Eine ist weiß, eine gelb, und eine rot.

Außerdem hat bei Carambolage der Billardtisch keine Taschen - denn es geht sehr ausdrücklich nicht darum, diese drei Kugeln zu versenken; kein Wunder, wäre das Spiel doch dann auch sehr schnell vorbei.

Der Name dieses Billardspiels sagt uns eigentlich schon, was das Ziel ist - die Carambolage, also das Berühren der drei Kugeln auf dem Billardtisch.

Auch hier spielen allerdings zwei Spieler gegeneinander. Jeder bekommt "seine" Spielkugel, entweder die Weiße, oder die Rote. Die Gelbe ist niemals Spielball. Es beginnt derjenige, der beim "Spielentscheid" gewinnt, wenn zu Anfang jeder der beiden, die sich am Billardtisch gegenüberstehen, seinen Spielball in Richtung der oberen Bande stößt. Wessen Ball der unteren Bande am nächsten landet, der hat den Spielentscheid gewonnen.  

Er muss nun, solange er am Zug ist, seine Kugel mit einer der beiden anderen in Berührung bringen. Dabei gibt es eine Reihe komplizierter Regeln für die Stöße, die bei Carambolage erlaubt sind. Bestimmte Stöße sind bei Carambolage nicht erwünscht; wer sie absichtlich oder versehentlich begeht, bekommt einen Fehler angerechnet, und dann ist sein Gegner an der Reihe. Solange der aktive Spieler diese Regeln jedoch einhält und seine Stöße zu einer Carambolage führen, darf er am Ball bleiben.

Entscheidend ist dabei, dass bei jeder Carambolage ein Kontakt erst im Stoß zustande kommt. Berühren sich beispielsweise zwei Kugeln vorher bereits, darf dies nicht für einen einfacheren Stoß ausgenutzt werden - sondern der Kontakt muss über eine oder mehrere Banden laufen, also indem der Spielball zunächst gegen die Kante des Billardtischs gestoßen wird und nach dem Abprallen dort die andere Kugel berührt. Auch ein Durchstoß, der bei Snooker ebenfalls als Foul gilt, also als Regelverstoß, nämlich das regelrechte "Schieben" einer Kugel mit dem Queue, ist bei Carambolage verboten. 

Carambolage existiert in verschiedenen Disziplinen.

Es gibt einmal die sogenannte freie Partie. Hier sind die wenigsten Regeln zu beachten; mit Ausnahme der ausdrücklichen Fehler ist jede Form des Kontaktes zwischen dem Spielball und den beiden anderen Kugeln erlaubt.

Bei der Disziplin Einband. Dabei muss, wie der Name dies bereits verrät, jeder Kontakt über mindestens eine Bande zustande kommen.

Die Disziplin Cadre teilt die Fläche des Billardtisches in neun verschiedene Regionen auf, und es gibt bestimmte Vorgaben dafür, in welchen Spielzonen eine Carambolage stattfinden darf.

Dreiband ist die gewiss komplizierteste Disziplin bei Carambolage, möglicherweise auch die schwerste Form von Billard überhaupt. Auch hier sagt uns der Name bereits, worum es geht: Der Spielball muss vor dem Kontakt mindestens drei Banden berührt haben.

Jede Carambolage bringt einen Punkt. Gewonnen hat der Spieler, der als erstes die erforderliche Punktzahl erreicht hat. Ist dies allerdings der Spieler, der das Spiel eröffnet hat, darf der andere durch einen "Nachstoß" noch versuchen, ihm den Sieg streitig zu machen und auf ein Unentschieden zu kommen.